"... und ich möchte

leben bis zuletzt!"

Buchbesprechung März 2016

Eric-Emmanuel Schmitt: Oskar und die Dame in Rosa
Fischer-Verlag ISBN 978-3-596-16131-7, 7€

Oskar ist zehn Jahre alt und er weiß, dass er sterben wird - die Behandlungen seiner Leukämie-Krankheit haben nicht wie erhofft gewirkt. Sein enttäuschter Arzt blickt ihn mit traurigen Augen schweigend an und auch die verzweifelten Eltern schaffen es nicht, offen mit ihm zu reden. Aber mit Oma Rosa, einer ehrenamtlichen Begleiterin Schwerkranker, bekommt er Gelegenheit, seine geheimen Ängste und Gedanken an- und auszusprechen. Sie hört ihm zu, erzählt ihm wahre und erfundene Geschichten aus ihrem Leben, macht ihm Mut, sich jeden der ihm verbleibenden Tage mit Lebensjahren gefüllt vorzustellen.
An den lieben Gott, an den er bis dahin nicht glauben konnte, schreibt Oskar in einfacher kindlicher Sprache täglich Briefe, in denen er sein wie in Zeitraffer ablaufendes Leben schildert: Glück und Sorgen, Liebe, Zweifel,Traurigkeit, Vertrauen.

Obwohl das Thema todbringende Krankheit eines Kindes schwer wiegt, ist das Büchlein leicht zu lesen – es regt an, berührt mit heiterer Leichtigkeit und kann so Zuversicht bewirken.

(Andreas Reuther)