"... und ich möchte

leben bis zuletzt!"

Buchempfehlung August 2018

Hanna Haberland

"Letzte Begegnungen - Eine Palliativärztin erzählt"

Eden Book, ISBN  978-3-95910-135-6, 14,95 €

 

"Wenn Patienten zu mir sagen, dass man ja leider nichts mehr für sie tun könne, so sage ich immer, dass wir noch sehr viel für sie tun können - wir können sie nur nicht heilen."

Hannah Haberland kümmert sich um Menschen, die keine Chance mehr auf medizinische Heilung haben. Sie und ihre Kollegen von der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung ermöglichen ihren Patienten, zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld zu versterben. Die Palliativärztin gibt beeindruckende und berührende Einblicke in ihren intensiven Arbeitsalltag. Bei aller Professionalität muss die junge Ärztin erkennen, dass es Fälle und Schicksale gibt, die sie besonders berühren und an ihre Grenzen bringen. Wie viel professionelle Distanz ist überhaupt gerechtfertigt, wenn es um einen sterbenden Menschen geht? Und wie viel Nähe ist nötig, um einen Menschen in Würde auf seinem letzten Weg zu begleiten?

In diesem Buch nimmt die Palliativärztin uns mit zu den letzten Begegnungen mit ihren Patienten und berichtet feinfühlig und offen vom Umgang mit Sterbenden und Angehörigen, sie oftmals sehr eigene Vorstellungen vom Sterbeprozess haben. Sie schildert anrührende und auch skurrile Situationen zwischen Hoffnung und Loslassen, zwischen Leben und Tod.


 

Buchempfehlung April 2018

David Servan-Schreiber

"Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl"

Goldmann-Verlag, ISBN  978-3-442-15731-0 WG 2469,  8,99 €

 

"Früher oder später würde er zurückkommen, das wusste ich. Ich konnte Zeit gewinnen, gut und ohne Angst leben, ihn fast vergessen. Aber jetzt ist der Rückfall da. The Big One. Er zwingt mich, mir die großen Fragen zu stellen, Rechenschaft abzulegen: Was bleibt von meinem Kampf gegen die Krankheit, vom Antikrebs-Lebensstil, wenn ich diesmal unterliege? Alles, so meine ich. Warum, erkläre ich in dem Buch. Zugleich möchte ich allen Lebewohl sagen, die meine früheren Bücher gelesen und mich auf meinem Weg begleitet haben. So oder so, ich glaube an ein Wiedersehen: Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl."

 

Grade in der Unmittelbarkeit der Darstellung und der Ehrlichkeit des Verfassers liegt der hohe Wert dieses Bändchens für Hospizbegleiter. Hier spricht niemand aus der Distanz des Beobachters, hier können wir Servan-Schreiber begleiten und erfahren, wie er Begleitung erfährt. Er hat Angst, hat Demut vor der Krankheit, aber er hat auch Mut und Entschlossenheit im Kampf gegen diese und in der Gestaltung seiner letzten Monate. Und es gelingt ihm, beides dem Leser zu vermitteln.


 

Buchempfehlung Februar 2017

Atul Gawande

Sterblich sein - Was am Ende wirklich zählt

S. Fischer-Verlag, ISBN 978-3-10-002441-1, 19,99 €

 

Titel und Untertitel schrecken ab- und machen neugierig.

Der Autor ist Arzt, er beschreibt anhand von Schicksalen seiner Patienten und von Familienangehörigen den trotz aller medizinischen Fortschritte unausweichlichen Weg bergab in die Abhängigkeit - und dem Ende entgegen. Die Schilderungen unheilbarer Krankheiten oder der Gebrechen des Alters sind drastisch; so will man das nicht erleben. "Nicht den Tod fürchten sie...., sondern das, was auf dem Weg dorthin passiert - der Verlust ihres Hörvermögens, ihres Gedächnisses, ihrer besten Freunde, ihrer gewohnten Lebensweise. Das Alter ist eine unablässige Folge von Verlusten." Wie kann man angesichts solcher Aussichten trotzdem vertrauensvoll in die Zukunft blicken, wie Lebensqualität erhalten und ein sinnvolles Leben führen?

Gawande propagiert den Erhalt von Würde und Autonomie durch mitmenschliche und hospizliche Begleitung, die über angemessene medizinische Versorgung hinaus reiche.

Selten hat ein Buch mich so betroffen gemacht; ich kann die Lektüre allen empfehlen. (Dr. Andreas Reuther)


 

Buchempfehlung Januar 2017

Annelie Keil, Henning Scherf

Das letzte Tabu - Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen

Herder-Verlag, Freiburg, ISBN 979-3-451-34926-3, 19,99 €

 

Zwei alternde Menschen bedenken den sich nähernden Tod. Durch ganz unterschiedliche Herkunft, Geschichte und persönlicher Schicksalsentwicklungen geprägt, doch freundschaftlich verbunden, legen sie in ihrem gemeinsamen Buch ihre Sichtweisen, ihre Erfahrungen und ihren Umgang mit dem Lebensende vor.

 

Ein paar Zitate ihrer Gedanken:

 

Altwerden geht unter die Haut. Altwerden ist immer leibhaftig. Körper, Seele und Geist bilden das Team, das uns durch die Lebensprozesse geleitet, nach Lösungen sucht und auch Verwirrungen und Angst stiftet. Individuelle und soziale Einschränkungen, das Nachlassen der Kräfte, der Verlust der Nützlichkeit und zunehmende Vereinsamung verunsichern, fordern heraus und gefährden das bisherige Selbstbild.

 

Mensch sein heißt, besonders im hohen Alter, leichter verletzt werden zu können, Ungerechtigkeit zu erfahren, nicht ernst genommen und übersehen zu werden. Es heißt aber umgekehrt auch, fordernd, selbstgerecht, überheblich, verletzend, dominant und oft auch undankbar gegenüber denen zu werden, die als Angehörige und professionelle Helfer an der Seite der alten Menschen um deren Wohlbefinden bemüht sind.

 

Jemand, der sich zumutet, einen Sterbenden zu begleiten, tut etwas für sein eigenes Lebhen. Viele meinen, sie müssten in eine Kur, in ein Wellness-Hotel fahren, um wieder zu sich zu kommen. Manche meinen, sie müssten sich betrinken, um das Elend zu vergessen, das ihnen täglich widerfährt...Aber das alles ist lächerlich gegenüber der Erfahrung, mit jemandem vertraut zu sein, der am Ende seines Lebens ist...

 

Wir kommen nicht freiwillig und selbstbestimmt zur Welt, sondern werden ungefragt als Geschenk der nackten Geburt unserem zukünftigen Leben in einer uns noch unbekannten Welt übergeben. Das Ende ist ählich. Ungefragt müssen wir zu einem unbekannten Zeitpunkt unser Bündel schnallen und gehen, hinter uns lassen, was Bedeutung hatte und auch, was nich gelungen oder Brachland geblieben ist. Anfangen und Abschiednehmen müssen wir lernen!

 

Ich habe die Autoren auf ihrem Leseabend in Maria-Laach erlebt und bin von ihnen und ihrem Buch sehr beeindruckt.

 

(Dr. Andreas Reuther)


 

Buchempfehlung November 2016

Jorge Bucay

Komm, ich erzähl dir eine Geschichte

Fischer Taschenbibliothek, ISBN 978-3-596-51038-2, 9,00 €

Was hat dieses Buch mit Hospiz-Arbeit zu tun? Vordergründig nichts. Aber in der Begleitung Sterbender oder trauernder Hinterbliebener kann es vorkommen, dass man auf deren oder auch eigene Fragen keine Antworten findet, Sprachlosigkeit oder drückendes Schweigen droht.

Vielleicht findet man dann in dem Buch des Psychotherapeut Jorge Bucay Lösungen. Er erzählt darin Geschichten: Sagen der klassischen Antike, Märchen aus aller Welt, Legenden und Parablen, Sufi-Gleichnisse, Zen-Weisheiten. Sie ermöglichen Relativierung eigener Ansichten, dienen zur Erbauung oder einfach Unterhaltung, sind besonders geeignet zum Erzählen oder Vorlesen.

(Dr. Andreas Reuther)

 


 

Buchempfehlung Oktober 2016

Christiane zur Nieden : Sterbefasten

Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Eine Fallbeschreibung

Marbuse-Verlag  ISBN  978-3-86321-287-2, 19,95 €

 

"Sag mal Christiane, ich will sterben. Wie mache ich das ?"  Mit dieser Frage ihrer "lebenssatten" alten Mutter wird die Autorin, selbst ehrenamtliche  Sterbe- und Trauerbegleiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie konfrontiert.

In ihrer Fallbeschreibung schildert sie deren Sterbephase durch freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit mit allen "Pros" und "Kontras", mit rechtlichen, moralischen, sozialen, kommunikativen und spirituellen Aspekten. Die notwendigen pflegerischen Maßnahmen, insbesondere Mundpflege zur Linderung des Durstgefühls, eine wohlwollende ärztliche Versorgung, aber auch die vorherige Absicherung durch Vollmachten und Verfügungen zur Vermeidung unerwünschten Eingreifens in den eintretenden Sterbeprozess werden eingehend angesprochen.      Das Buch will Betroffenen und Angehörigen Mut machen und zeigen, dass ein selbstbestimmtes würdevolles Sterben bei gut angeleiteter Begleitung auch zu Hause möglich ist.

Ich empfehle die Lektüre insbesondere allen ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern, die möglicherweise einmal mit einer derartigen Entscheidung konfrontiert werden. In der Auseinandersetzung mit ihren geschilderten Zweifeln, Schuldgefühlen und Unsicherheiten hat die Autorin Fragen aufgeworfen, die vielleicht auf für einen selbst relevant werden können.

(Andreas Reuther)


 

 

 

 

 

 

Buchempfehlung August-September 2016

Bettina Kübler: Der beherzte Patient - Vom gesunden Umgang mit Krankheit

Was geschieht, wenn man von einer bedrohlichen, vielleicht sogar "unheilbaren" Krankheit betroffen ist? Heißt das dann nur noch: Untersuchungen, Operation,Bestrahlung, Chemotherapie - bin ich nur noch Patient, Leidender?

Was wäre, wenn man in seiner Krankheit einen Anlaß sähe, sein Leben beherzt in die Hand zu nehmen?

Die Journalistin Bettina Kübler ist Betroffene; sie sucht über die bekannten Wege hinaus auch eigene Beiträge zur Gesundung. Sie findet Hilfe, Anregung und Kräftigung durch eigenes Tun und wird unterstützt von Menschen, die sie mit verschiedenen komplementären Verfahren vertraut machen. Darüber hat sie ein sehr lesenswertes Büchlein verfasst, mit dem sie ihre ermutigenden und befreienden Erfahrungen gerne weitergeben möchte.

 

(Dr. Andreas Reuther)


 

 

 

 

 

 

Buchbesprechung Juli 2016

Reimer Gronemeyer/Andreas Heller: In Ruhe sterben - Was wir uns wünschen und was die moderne Medizin nicht leisten kann

Pattloch-Verlag, ISBN 978-3-629-13011-2, 19,99 €

 

Das Sterben wird mehr und mehr zu einem technokratisch verwalteten Vorgang. Alte, todkranke Menschen werden langwierig und schmerzhaft therapiert, denn unser Gesundheitssystem kennt nur noch die Therapie und nicht mehr die Begleitung: Allein die Therapie bringt Einnahmen, Begleitungen hingegen verursachen Kosten.

Diese Entwicklung zwingt zum Einspruch, so Reimer Gronemeyer und Andreas Heller. Sie fordern: Wir brauchen keine neuen Versprechungen der Pharmaindustrie, keine endlosen Therapieversuche, ekine neuen technischen Verfahren. Stattdessen muss die Medizin endlich in die Schule des Sterbens gehen und lernen, dass Sterben und Tod zum Leben gehören. Denn wir können nicht in Würde leben, und wir können nicht in Würde sterben, ohne die sorgende Wärme anderer Menschen.

 

(Dr. Andreas Reuther)


 

 

 

 

Buchempfehlung Mai – Juni 2016

Siddharta Mukherjee: Der König aller Krankheiten. Krebs – Eine Biografie
Dumont-Verlag ISBN 978-3-8321-6232-0, 14,99€

Pressestimmen
„Siddharta Mukherjee ist ein besessener Autor: über 670 Seiten lang kreist er um Metastasen, Myome und Mutationen. Über fast fünf Jahrtausende folgt er der Spur des Krebses. Er beschreibt Fortschritte und Fehlschläge auf diesem langen Weg, er reiht Fakten aneinander, erweckt die die Forscherfiguren zum Leben, sie treiben die Handlung voran. Gelegentlich legt man das Buch weg - um es doch wieder zur Hand zu nehmen. Man will wissen, wie es den Betroffenen ergeht."
ZEIT

„Das Epos über die ‚Krankheit, vor der wir uns fürchten' ist gleichzeitig Weltgeschichte und Krankenhausdrama, Forschungskrimi und persönliche Reflexion. Es ist weniger eine Beschreibung der Vorgänge im Körper als eine Geschichte der Menschen, die mit Krebs konfrontiert sind: Patienten, Angehörige, Forscher, Geldgeber, Politiker."
BILD DER WISSENSCHAFT

„Ein ganz wunderbares Buch. Nicht nur, weil es so spannend, so elegant, so ungeheuer reich an Wissen ist. Sondern vor allem, weil es auch von der Hoffnung erzählt."
WAMS

„Eine brillante Kombination aus Medizin-Krimi und Kriegsgeschichte. Ein Jahrhundertbuch."
STERN

Ich kann die Lektüre des Buchs allen empfehlen:
Laien und medizinisch Ausgebildeten, Gesunden, Kranken, Angehörigen, Begleitern, Mutigen und Ängstlichen.

(Dr. Andreas Reuther)


DVD-Besprechung April 2016

(Film-) Empfehlung April 2016: Das letzte Mysterium - Begegnungen mit dem Tod

Das Heft Nr. 51 GEO WISSEN 05/13 + DVD, Art.-Nr. 993746

„Vom guten Umgang mit dem Tod",

das auch jetzt noch beim Verlag oder im Buch- oder Zeitschriftenhandel erhältlich ist, gibt es auch mit sehenswerter DVD-Beilage, in der Sterbeforscher, Mediziner, Physiker, Trauerbegleiter und Trauernde Einblicke in ihre Erfahrungen geben. Die DVD möchte Sie auf eine ungewöhnliche Reise zu den Fragen von Leben und Tod einladen – auf eine Reise zum letzten Mysterium. Die mehr als dreistündige Dokumentation nähert sich diesen Themen aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven; sie zeigt, was Sterben und Tod heute bedeuten.

Entnommen dem Informationstext zur DVD
(Dr. Andreas Reuther)


Buchbesprechung März 2016

Eric-Emmanuel Schmitt: Oskar und die Dame in Rosa
Fischer-Verlag ISBN 978-3-596-16131-7, 7€

Oskar ist zehn Jahre alt und er weiß, dass er sterben wird - die Behandlungen seiner Leukämie-Krankheit haben nicht wie erhofft gewirkt. Sein enttäuschter Arzt blickt ihn mit traurigen Augen schweigend an und auch die verzweifelten Eltern schaffen es nicht, offen mit ihm zu reden. Aber mit Oma Rosa, einer ehrenamtlichen Begleiterin Schwerkranker, bekommt er Gelegenheit, seine geheimen Ängste und Gedanken an- und auszusprechen. Sie hört ihm zu, erzählt ihm wahre und erfundene Geschichten aus ihrem Leben, macht ihm Mut, sich jeden der ihm verbleibenden Tage mit Lebensjahren gefüllt vorzustellen.
An den lieben Gott, an den er bis dahin nicht glauben konnte, schreibt Oskar in einfacher kindlicher Sprache täglich Briefe, in denen er sein wie in Zeitraffer ablaufendes Leben schildert: Glück und Sorgen, Liebe, Zweifel,Traurigkeit, Vertrauen.

Obwohl das Thema todbringende Krankheit eines Kindes schwer wiegt, ist das Büchlein leicht zu lesen – es regt an, berührt mit heiterer Leichtigkeit und kann so Zuversicht bewirken.

(Andreas Reuther)


Buchbesprechung Februar 2016

Picardie, Ruth: Es wird mir fehlen, das Leben
Wunderlich Verlag, ISBN 9783805206617, vergriffen

Ruth Picardie ist ganz zufrieden mit ihrem Dasein. Sie ist verheiratet, hat einjährige Zwillinge, bis Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird.
Als Journalistin setzt sie sich offensiv und öffentlich mit ihrer Krankheit auseinander, wirkt dabei ein wenig flapsig, und doch spürt man ihre wachsende Todesangst, die Gefühle von Verzweiflung, Zorn und Hoffnung. Sie hadert mit ihrem Schicksal.
„Am meisten schmerzt es, die Zukunft zu verlieren", sagt Picardie.
Grundlage des Buches, das ihr Ehemann Matt Seaton und ihre Schwester Justine herausgegeben haben sind die Kolumnen, die sie als Journalistin für den „Observer" vor ihrem Tod geschrieben hatte, sowie eine Auswahl von Leserbriefen und Auszüge aus der E-Mail-Korrespondenz.
Es ist ein aufrichtiges und anrührendes Abschiedsbuch, geschrieben mit Leidenschaft und wacher Selbstwahrnehmung, und manchmal sogar komisch, sowie zärtlich und zornig mit Blick fürs Detail und pointiert durch ihre harte Ironie.

(Claudia Baumanns)


Buchbesprechung Januar 2016

Mihm, Dorothea/Bopp, Annette: Die sieben Geheimnisse guten Sterbens – Erfahrungen einer Palliativschwester
Kailash Verlag, ISBN 9783424630879, € 19,99

Das Buch „Die sieben Geheimnisse guten Sterbens" ist die Lebens- und Lesereise von Dorothe Mihm, auf der sie vieles ausprobiert hat. Einzelne Stationen haben sie sehr geprägt und den Grundstock ihres Konzeptes des „guten Sterbens" geliefert. Die spirituellen Erfahrungen, die Erkenntnisse aus dem Buddhismus über den Sterbeprozess, sowie über die „Kommunikationsmöglichkeit" der basalen Stimulation finden Raum in diesem Buch.
Es ist verständlich, packend geschrieben und macht neugierig – trotz ihres leichten Hangs zur Selbstdarstellung.
Gibt es das, ein gutes Sterben?
Vielleicht kann jeder für sich nach dem Lesen des Buches diese Frage beantworten.

(Claudia Baumanns)


Buchbesprechung Dezember 2015

Ken Wilber: Mut und Gnade
Die Geschichte einer großen Liebe – das Leben und Sterben der Treya Wilber
Fischer Taschenbuch ISBN 9783-3-596-18067-7, 10,95 €

Stärker als der Tod

Kurz nach der Hochzeit Ken Wilbers mit seiner großen Liebe Treya Killam stellen die Ärzte fest: Treya hat Brustkrebs. Es folgen fünf Jahre eines gemeinsamen heroischen Kampfes gegen die Krankheit. Als Treyas Tod schließlich bevorsteht wissen beide: Der Kampf war nicht umsonst ...
Ken Wilber erzählt die bewegende Geschichte seiner großen Liebe und liefert zugleich ein einzigartiges Dokument über den mutigen Umgang mit dem Sterben. Das Buch kombiniert Treyas Tagebücher mit Kens Darstellung der inneren Erfahrung ihrer gemeinsamen Zeit der Prüfung und des Leidens, und es führt die Leser in die großen Weisheitstraditionen der Menschheit ein.
(Entnommen aus dem Einführungstext ins Buch)


Buchbesprechung November 2015

Fritz Roth: Einmal Jenseits und zurück – Ein Koffer für die letzte Reise
Gütersloher Verlagshaus ISBN 9783579032511 € 19,95

„Einmal Jenseits und zurück" von Fritz Roth startete als Kunstprojekt, um uns die Endlichkeit des Lebens bewusst zu machen. 103 Menschen aus unserer Gesellschaft packten ihren eigenen Koffer, der sie auf dieser Reise begleiten sollte. Aus diesen ganz persönlichen Ansichten zu diesem Thema wurde eine ganz persönliche Ausstellung. Zu jedem Koffer gibt es Briefe und Gedanken, warum die „Packer" so und nicht anders ihren Koffer gefüllt haben. Die Betrachtung der Ausstellung ist mit einem Besuch nicht getan. Die Vielfallt ist überwältigend.
Das Buch ist eine fantastische Ergänzung, da nicht alles Gesehene in Erinnerung bleibt.
Nun ist diese Wanderausstellung in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Wohnstift Augustinum im Theatersaal vom 1.11. bis 22.11.2015 zu betrachten, und der Hospiz Verein Rhein-Ahr lädt Sie ein in diesem Zeitraum die Ausstellung täglich von 15:00 Uhr –19:00 Uhr zu besuchen.
Eine lohnenswerte Ausstellung, ein lohnenswertes Buch, was uns vielleicht anregt auch unseren letzten Koffer zu packen. Was würden wir mitnehmen?

(Claudia Baumanns)


Buchbesprechung Oktober 2015

Anne Nübel-Orthen: Auf tauben Sohlen unterwegs
Mit Multipler Sklerose auf der Reise zum wahren Selbst

Frieling-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-8280-3010-7, 12,90 €

Wie gehe ich damit um, wenn mein Leben nicht durch meine bisherige Entwicklung, meine Wunschvorstellungen, meine Pläne und Träume, meine berufliche Ausbildung, meine mitmenschlichen Beziehungen - sondern durch eine plötzlich auftretende bedrohliche Krankheit entscheidend verändert wird? Die Krankheit Multiple Sklerose, die mich nach derzeitigem Wissenstand nicht mehr verlassen wird und die mich schubweise immer wieder bedroht. Wie erhalte und gewinne ich trotz Auf und Ab des Lebens, trotz Rückschlägen und Nebenwirkungen notwendiger Therapien immer wieder Kraft, Mut und Lebensfreude?
Mit diesen Fragen wird die Autorin konfrontiert, und sie findet Antworten für sich und die Menschen, mit denen sie verbunden ist. Die sehr persönlichen Schilderungen durch Dunkelheit und Licht zeigen Wege, die ihr geholfen haben, ihr wahres Selbst zu erkunden und zu stärken.

Nicht nur wer von Schicksalsschlägen, schwerer Krankheit, Lebenskrisen betroffen ist, findet hier ermutigende Lektüre.

(Dr. Andreas Reuther)

Die Autorin Anne Nübel-Orthen wird im Rahmen der Ausstellung des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr e.V.
„Ein Koffer für die letzte Reise"
Einmal Jenseits und zurück
im Theatersaal des Augustinums, Am Schwanenteich 1,
53474 Bad Neuenahr,
1. – 22. November, tägl. 15:00 bis 19:00 Uhr
einen eigens für dieses Projekt von ihr gepackten Koffer ausstellen.


Buchbesprechung September 2015

Daniela Tausch-Flammer: Sterbenden nahe sein
Kamphausen Verlag ISBN 978-3899012767 9,80 €

Die Diplom-Psychologin Dr. Daniela Tausch-Flammer sammelte Erfahrungsberichte von Ehrenamtlichen, die Sterbende begleiteten. Lesend begegnen wir diesen Menschen in den schwierigen Momenten des Abschiednehmens. Wir treffen auf Persönlichkeiten, die austherapiert waren und trotzdem voller Vertrauen noch hofften und die Zukunft planten – wir schaffen es - oder miteinander lachten als wäre der Betroffene kein Sterbender.
Ein Zitat aus dem Buch, das uns alle betrifft: „Begleiten heißt ein Stück des Weges mitgehen dürfen, vielleicht ein Stück der Angst nehmen dürfen, ein klein bisschen miteinander aushalten."
Dieses Buch ist keine zur Schaustellung der Verstorbenen, sondern eine Würdigung ihres letzten Lebensabschnittes, sowie eine Wertschätzung an alle Ehrenamtliche, die sich entschieden haben, Sterbende auf dem letzten Stück des Weges zu begleiten.

(Claudia Baumanns)


Buchbesprechung August 2015

Paul Sporken: Hast du denn bejaht, dass ich sterben muss
Patmos Verlag ISBN 3-494-72111-3

Der Untertitel des Buches lautet: Eine Handreichung für den Umgang mit Sterbenden.
Und genau das ist es. Wichtiges Wissen wird dem Leser „in die Hand gereicht". Obwohl dieses Buch fast 35 Jahre alt ist, wirkt es nicht veraltet und verstaubt. Dr. Paul Sporken, studierter Theologe und Philosoph, versucht in diesem Buch, „.....das zwischenmenschliche Geschehen zu beschreiben, das zwischen dem Sterbenden und seinen Helfern stattfindet." Aus einer Mischung von Theorie und Praxiserfahrung ist ein Leitfaden entstanden, mit sieben Hauptpunkten und vielen Unterpunkten.
Hier einige Beispiele:
Kernmomente der Begleitung, Der Kranke beginnt unwissend seinen Weg, Wer darf über welche Wahrheit sprechen? Die Kultur des Todes in unserer Gesellschaft.
Ein wirklich bereicherndes Buch, welches leider nur noch antiquarisch erhältlich ist.

(Claudia Baumanns)


Buchbesprechung Juli 2015

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Deutscher Taschenbuch Verlag, Reihe Hanser ISBN 978-3-423-62583-8

Hazel Grace ist krebskrank - unheilbar - und das mit 16 Jahren.
In einer Selbsthilfegruppe lernt sie den ebenfalls an einem Tumor erkrankten Augustus kennen. Wie die beiden mit ihrem Leben, ihren Krankheiten und ihren Mitmenschen umgehen, beschreibt der Autor aus Sicht der Jugendlichen in leichter einfühlsamer Sprache, die mal zu Tränen rührt, aber auch mit ihrem Galgenhumor zum Lachen reizt. Es ist ein bewegendes Buch mit lockeren und mit tiefgründigen Dialogen, in denen die bedrückenden Themen dann auch wieder mit Sarkasmus und Heiterkeit aufgebrochen werden, wo Verzweiflung und Tod mit Lebendigkeit und Liebe Achterbahn fahren.
Lesenswert für Jugendliche und Erwachsene.

(Andreas Reuther)


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